16.07.21

Wir wollen unseren Partnern weiter ein Angebot machen

Wie geht es weiter mit der Riester-Rentenversicherung? Dietmar Bläsing, Sprecher der Vorstände der VOLKSWOHL BUND Versicherungen, beantwortet im Interview aktuelle Fragen und berichtet, wie der Stand der Planungen im Unternehmen ist.

  • Im kommenden Jahr 2022 wird der Höchstrechnungszins von 0,9 auf 0,25 Prozent gesenkt. Zugleich bleibt die hundertprozentige Beitragsgarantie für Riester-Renten bestehen. Was meinen Sie, wie wird der Versicherungsmarkt darauf reagieren?

    Ich bin sicher, dass als Folge davon noch mehr Anbieter ihre Riester-Renten vom Markt nehmen. Vermittler und ihre Kunden werden es dann noch schwerer haben, ein passendes Angebot zu finden.

  • Was wären die Gründe für den Rückzug?

    Mit einem so niedrigen Garantiezins ist es für ein Versicherungsunternehmen rechnerisch fast unmöglich, einen Riestertarif mit einer hundertprozentigen Beitragsgarantie zu kalkulieren. Denn, wie gesagt, der Gesetzgeber hat es leider versäumt, zusammen mit dem Rechnungszins auch die Anforderungen an Kapitalgarantien bei den Riester-Renten zu senken.

  • Der VOLKSWOHL BUND zählt mit einem Marktanteil von rund sechs Prozent und einem Bestand von rund 385.000 Verträgen zu den großen Riester-Anbietern am Markt. Anders als viele Mitbewerber haben Sie bis heute ein Angebot für ihre Vertriebspartner aufrechterhalten. Wie werden Sie das aufziehende Problem im kommenden Jahr lösen?

    Für uns steht fest: Wir möchten auch im Jahr 2022 ein Riester-Angebot machen. Um bei einem Höchstrechnungszins von 0,25 Prozent dann auch noch eine 100-Prozent-Beitragsgarantie abbilden zu können, werden wir Riester voraussichtlich als Honorartarif anbieten.

  • Wie bisher, fondsgebunden und als Index-Rente?

    Nein, wenn die Rechnung aufgeht, werden wir genau einen Tarif anbieten, und zwar unsere Rentenversicherung Klassik modern in der Variante KlassikZins, also mit der sicheren Verzinsung, ohne Indexbeteiligung.

  • Einige Anbieter ziehen schon jetzt die Konsequenzen aus der bevorstehenden Senkung des Höchstrechnungszinses und nehmen ihr komplettes Riester-Angebot aus dem Regal. Sie machen das nicht.

    Das stimmt. Trotzdem bereiten auch wir uns vor. Wir fokussieren uns auf einen Tarif, und zwar auf unsere erfolgreiche Riester-Rente Klassik modern. In dem Zuge werden wir die fondsgebundene Riester-Rente Ende September aus dem Angebotsprogramm nehmen.

  • Führen Sie denn die Verträge von Bestandskunden mit allen tariflichen Möglichkeiten fort?

    Ja, natürlich.

  • Wäre es insgesamt nicht viel einfacher, zu sagen: Tut uns leid, wir können nichts dafür, aber jetzt gibt es auch bei uns gar keine Riester-Renten mehr?

    Genau das wollen wir eben nicht. Wir sind ein Maklerversicherer, der mit seinen Produkten und seinem Service im Dienst der unabhängigen Vermittler steht. Ihnen möchten wir weiter ein Angebot machen. Denn nach wie vor halten wir die Riester-Rente für gut und wichtig. Ganz besonders profitieren davon Familien mit Kindern und Menschen mit geringem Einkommen, die sich so eine zusätzliche Altersvorsorge mit einem umwerfend hohen Förderanteil sichern. Wenn sich jetzt alle Versicherungsunternehmen aus dem Riestergeschäft herausziehen, bleiben die Kunden mit ihrem Bedarf im Regen stehen.

  • Wenn Sie die Riester-Rente ab 2022 als Honorartarif anbieten, heißt das, der VOLKSWOHL BUND will damit neue Anbindungen an Honorarberater forcieren?

    Nein, ganz und gar nicht. Im Gegenteil. Ich bin der Meinung, dass eine private finanzielle Vorsorge über Versicherungsmakler und freie Vermittler kommen muss. Sie sind dem Kunden verpflichtet und beraten ihn kompetent, neutral und individuell. Eine Gebühr für die Beratungsleistung direkt auf den Tisch zu legen, dazu sind nur die Wenigsten bereit. Die Kosten dafür ins Produkt einzupreisen, wie es auch im Handel und in fast allen Dienstleistungsbereichen üblich ist, halte ich grundsätzlich für die erfolgreichste Methode, um Menschen zur dringend gebotenen Altersvorsorge anzuhalten.

  • Werden Sie die Vermittlung von Riester-Renten im kommenden Jahr noch bewerben?

    Wir wollen das Produkt im Portfolio haben, werden es aber nicht forcieren. Es ist ein Dienst an unserem Vertriebspartner, dass wir ihm weiterhin Riesterverträge anbieten wollen. Es wird Kunden geben, die einen Riester-Vertrag verlangen. Und es wird Kunden geben, die sind in einer finanziellen Situation, in der sie schlecht beraten wären, wenn man ihnen keinen Riestervertrag anböte. Für diese Fälle wollen wir unseren Vertriebspartnern eine Lösung bereithalten. Darüber hinaus haben wir aber eine große Palette an Vorsorgealternativen, unter denen der Vermittler auswählen kann.

1 Kommentar
  1. Theresa Stoll sagte:

    Ich finde die Einstellung des Volkswohl Bundes gut. Es zeigt mir wieder einmal, dass ich mit ihm einen guten Partner an meiner Seit habe.

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